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Der allmächtige Gott
hat am 18. April 2022
seinen treuen Diener,
Diakon i. R.

Dieter Falken

im Alter von 82 Jahren
in sein ewiges Reich gerufen.

Diakon Dieter Falken wurde am 19.07.1939 in Gleiwitz geboren. Nach dem Krieg kam die Familie, zu der auch seine beiden Schwestern gehörten, nach Merseburg.

Zur kirchlichen Heimat wurde ihm zunächst die Schkopauer Gemeinde, wo er Jugendführer war und von Pfarrer Arnold Borgmeier geprägt und gefördert wurde. Eine besondere Lebens- und Glaubenserfahrung in jungen Jahren, von der er gern berichtete, war eine Pilgerfahrt mit dem Fahrrad nach Rom.

Nach der Schulzeit begann Dieter Falken sein berufliches Leben zunächst mit einer Lehre zum Gasmonteur. Er wechselte dann zur Deutschen Reichsbahn, wo er erst als Heizer und später als Lokführer arbeitete. Insgesamt dreißig Jahre war er hier tätig.

Sein familiäres Glück fand Dieter Falken mit seiner Frau Gertraud, die er 1964 geheiratet hat. Als Eltern konnten sie sich über drei Kinder freuen, denen er ein sorgender Vater war.

Obwohl er seinen Beruf sehr gern ausübte, spürte er Anfang der 80er Jahre eine Berufung für den seelsorglichen und geistlichen Dienst. Nach einer dreijährigen Vorbereitungszeit empfing er die Diakonenweihe, die ihm und fünf weiteren Mitbrüdern am 20.12.1986 durch Bischof Johannes Braun gespendet wurde.

Zunächst war er in seiner Heimatpfarrei Merseburg eingesetzt. Der Beerdigungsdienst und die Begleitung von Trauernden nahmen hier einen breiten Raum seines Wirkens ein. Daneben war er für die Seniorenarbeit verantwortlich und übernahm die Seelsorge im Krankenhaus.

Nach der politischen Wende hat er maßgeblich am Aufbau der Caritas-Sozialstation in Merseburg mitgewirkt.

Im Jahr 1991 verlagerte sich der Schwerpunkt seines Wirkens dann nach Leuna, wo er nicht nur als Seelsorger wirkte, sondern zunächst mit viel Engagement und tatkräftiger Unterstützung durch die Gemeindemitglieder die durch Umweltschäden stark geschädigte Fassade der Leunaer Kirche instandsetzte und ihr so zu alter Schönheit verhalf. Darüber hinaus war er in allen Angelegenheiten der Gemeinde ein zuverlässiger Ansprechpartner.

Aus der Begegnung mit Menschen, die vor dem Jugoslawienkrieg geflohen waren, wuchs Dieter Falken eine Aufgabe zu, die ihn 25 Jahre seines diakonischen Wirkens begleitete. Mit dem sehr allgemein klingenden Begriff „Bosnienhilfe verbinden sich zahlreiche Hilfstransporte, das Werben um Spenden und sein persönlicher Einsatz vor Ort.

Es war zweifellos seine große Fähigkeit, sich vom Schicksal der Menschen berühren zu lassen und nach Wegen zu suchen, wie ihnen ganz konkret geholfen werden kann. Hinzu kam, dass er Menschen gewinnen konnte, die seine Anliegen zum Gemeinschaftswerk werden ließen.
Nachdem er 2004 in den Ruhestand getreten war, stand er weiterhin für seelsorgliche und liturgische Aufgaben zur Verfügung. Dieser Dienst war ihm eine Selbstverständlichkeit, selbst dann noch, als es ihm aus gesundheitlichen Gründen zunehmend schwerer fiel.

Einen tiefen Einschnitt erfuhren sein Leben und das seiner Familie 2007, als sein jüngster Sohn Johannes einem brutalen Überfall zum Opfer fiel und dauerhaft schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen erlitt. Er unternahm viel, ihm auf dem Weg zurück ins Leben zu unterstützen. Bis zuletzt prägte die Sorge um ihn sein Leben. Sein tiefer Glaube hat ihn angesichts eines solchen persönlichen Schicksalsschlags Kraft geschenkt.

Am 11. Februar erlitt Dieter Falken einen Zusammenbruch und musste mehrere Wochen im Krankenhaus verbringen, wo ein Hirntumor festgestellt wurde.

Gott, der ihn in das Diakonat berufen hat, wollte ihn wohl vor einem längeren Leidensweg bewahren und hat seinen treuen Diener am 18. April, dem Ostermontag, zu sich gerufen.

Der barmherzige Gott nehme ihn nun bei sich auf und vergelte ihm sein segensreiches Wirken für seine Familie, die Kirche und die vielen Menschen, denen er sich zugewendet hat.     

Daniel Rudloff